private Krankenvollversicherung

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Wer kann sich privat Krankenversicherung

Eine private Krankenvollversicherung kommt für alle Personen in Betracht, die nicht nach
§ 5 SGB V in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind. Dies sind in der
Regel:

  • Beamte, Richter und andere Personen mit Anspruch auf Beihilfe
  • Selbständige und Freiberufler
  • Arbeiter, Angestellte sowie freiberuflich tätige Künstler und Journalisten mit einemBruttoeinkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze (2017: 56.000 Euro)
  • Personen ohne eigenes Einkommen oder mit einem Einkommen unter der Geringfügigkeitsgrenze, auch befreite Studenten (2014: 450 Euro im Monat, z. B. Hausfrauen, Hausmänner oder Kinder)

Vertragsgestaltung und Tarifarten

Die private Krankenversicherung leistet im vereinbarten Umfang, für medizinisch  notwendige Heilbehandlungen und sonstige vereinbarte Leistungen sowie für ambulante Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten nach gesetzlich eingeführten Programmen. privat Versicherte haben damit (anders als gesetzlich Versicherte) eine lebenslange, rechtlich gesicherte Garantie über den einmal abgeschlossenen Versicherungsschutz, sofern sie ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen.
Bei sogenannten Kompakttarifen sind ambulante, zahnärztliche und stationäre Leistungen als feste Versicherungsleistungen vereinbart. Einige Tarife beinhalten überdies eine Selbstbeteiligung, das heißt, die Versicherung tritt erst dann für die Kosten ein, wenn die jährlichen oder monatlichen Arzt- und Medikamentenkosten den Selbstbeteiligungsbetrag übersteigen. Dafür ist bei diesen Tarifen die Versicherungsprämie niedriger oder ein Teil der Beiträge wird zurückerstattet, wenn Leistungen nicht in Anspruch genommen wurden. Bei vorübergehenden Zahlungsschwierigkeiten ist häufig eine Stundung durch die Versicherung möglich. Bei einer längeren Überforderung kommen ein Tarifwechsel, ein
höherer Selbstbehalt oder das Streichen von verzichtbaren Leistungen infrage. Im Falle einer längeren Beitragssäumnis kann der Versicherer den Versicherten in den Notlagentarif einstufen. Bei finanziell Hilfebedürftigen im Sinne des Sozialrechts wird der Beitrag im Basistarif auf die hälfte reduziert, weitere Kosten werden ggf. durch den Sozialhilfeträger übernommen.

Einige Vorteile der privaten Krankenversicherung

  • Arzneimittel, Heilmittel (z.B. Massagen, Fango) Hilfsmittel werden im tariflichen Rahmen übernommen
  • Erstattet werden auch homöopathische Arzneimittel
  • Freie Wahl von Krankenhaus und Arzt
  • Keine Selbstbeteiligung im Krankenhaus in den ersten 28 Tage
  • 100% bei Zahnbehandlung und Kunststofffüllungen oder professionelle Zahnreinigung
  • Bei Zahnersatz gibt es keinen Festzuschuss wie bei der gesetzlichen Krankenversicherung sondern einen festen Betrag je nach Tarif zwischen 70% und 90% vom Rechnungsbetrag.
  • Für nicht in Anspruch genommene Leistung im Kalenderjahr gibt es bis zu 3 Monatsbeiträge am Ende des Jahres wieder zurück.

Veränderungen der Beitragshöhe

Durch die in der privaten Krankenversicherung gebildeten Rücklagen und die Über Zinsen
der Alterungsrückstellungen hat die private Krankenversicherung Einnahmen, die nicht aus
Beiträgen resultieren. Sind die Annahmen über die zu bildenden Rückstellungen korrekt,
bleiben die Beiträge stabil. Sind die Annahmen von den tatsächlich eingetretenen Kosten,
Zinsen, Zu- und Abgängen im Versicherungskollektiv abgewichen, ergibt sich eine
Beitragsveränderung. Folgende Faktoren sind nach § 155 VAG ausschlaggebend:

  • allgemeine Kostensteigerung
  • medizinischer Fortschritt, siehe Medikalisierungsthese
  • erhöhte Kostenbelastung innerhalb eines Tarifes
  • Veränderung der Zinsen und Kapitalmarkt Erträge
  • gesetzliche Eingriffe in die Beitragskalkulation der privaten Krankenversicherung
  • Veränderung der Abgangsordnung (Ausscheiden aus der Versichertengemeinschaft, durch Kündigung oder Tod)
  • Veränderung der Stornoquote (Abwanderung)